Was bedeutet es eigentlich, als EX-IN-Mitarbeitender zu arbeiten? Und was kann jemand bewegen, der psychische Krisen aus eigener Erfahrung kennt?
Rudolf Starzengruber arbeitet als EX-IN-Genesungsbegleiter im kbo-Kommunalunternehmen und bringt dort eine Perspektive ein, die in Organisationen lange gefehlt hat: die Sicht eines ehemals Betroffenen, der seinen Weg durch die Psychiatrie gegangen ist und heute andere begleitet.
Vielfalt ist für das kbo-Isar-Amper-Klinikum ein wichtiger Bestandteil einer respektvollen Zusammenarbeit und einer bedarfsgerechten Versorgung. Um dieses Thema strategisch voranzubringen, gibt es die Stabsstelle Vielfalt. Verantwortlich dafür ist Verena Bacher, die Diversität im Klinikum stärkt, unterschiedliche Perspektiven vernetzt und Vielfaltsthemen in Entwicklungsprozesse einbringt. Im Interview spricht sie über ihre Aufgaben, aktuelle Schwerpunkte und die Bedeutung von Vielfalt im Gesundheitswesen.
Als Verbund von Kliniken und ambulanten Einrichtungen für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik begegnen wir häufig dem Thema Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ein wichtiges Ziel unserer Arbeit ist es daher, zu mehr Verständnis und Akzeptanz beizutragen und bestehende Vorurteile abzubauen.
Ein ambitioniertes Vorhaben, das voraussetzt, zunächst zu verstehen, warum Menschen andere Menschen überhaupt abwerten oder ausgrenzen. Erst wenn wir die Ursachen kennen, können wir dort ansetzen, wo solche Zuschreibungen entstehen.
Safewards ist weit mehr als ein Maßnahmenkatalog zur Reduktion von Konflikten und Zwang. Es steht für einen echten Kulturwandel im Klinikalltag. Wie sich dieser Wandel konkret anfühlt und im täglichen Miteinander umsetzen lässt, zeigen drei Mitarbeitende des kbo-Inn-Salzach-Klinikums auf eindrückliche Weise.
Dabei wird deutlich: Entscheidend sind vor allem die multiprofessionelle Zusammenarbeit, eine konsequent gelebte Beziehungsarbeit und ein klarer Fokus auf Nachhaltigkeit. Oder anders gesagt: dranbleiben, damit Safewards nicht im Sande verläuft, sondern lebendig bleibt.
Psychiatrie ist für viele Menschen noch immer mit Unsicherheit und Vorurteilen verbunden. Bilder aus vergangenen Jahrzehnten prägen häufig die Vorstellung – verschlossene Türen, lange Aufenthalte, Stigmatisierung. Doch die moderne Psychiatrie hat sich grundlegend verändert. Wie zeitgemäße psychiatrische Versorgung heute aussieht, erklärt Prof. Dr. Florian Seemüller, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken Garmisch-Partenkirchen, Peißenberg und Murnau.
Das kbo-Sozialpsychiatrische Zentrum hält ein vielfältiges Spektrum an Betreuungsangeboten für Menschen mit psychischer Erkrankung bereit. Im Mittelpunkt steht das Ziel, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und die Betroffenen in einem möglichst eigenverantwortlichen Leben zu unterstützen. Eines dieser Angebote ist das sogenannte Zuverdienst-Projekt, das an drei Standorten – in Haar, Wasserburg am Inn und Taufkirchen (Vils) – umgesetzt wird.
Im Interview erzählt Daniela Tanz, Stellvertretende Stationsleitung an der „kbo-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Nord | Schwabing“ und zudem neues Gesicht der kbo-Arbeitgeber-Kampagne, wie sie sich bei kbo weiterentwickelt hat, warum sie ihren Beruf liebt und weshalb psychiatrische Pflege für sie eine Herzensangelegenheit ist.
Vor fünfzig Jahren begann in Deutschland eine neue Ära der psychiatrischen Versorgung. Mit der Psychiatrie-Enquete des Deutschen Bundestags im Jahr 1975 wurden gravierende Missstände aufgedeckt und der Grundstein für eine menschenwürdige Behandlung von Menschen mit psychischer Erkrankung gelegt. Diese Reform war ein entscheidender Schritt hin zu mehr Würde, Teilhabe und Verständnis, der bis heute wirkt.
Arbeit strukturiert unseren Alltag, schafft Sinn, gibt finanzielle Sicherheit und soziale Zugehörigkeit. Doch sie kann auch zur Belastung werden – insbesondere dann, wenn Druck, Unsicherheit oder fehlende Gestaltungsspielräume überhandnehmen. Die Wechselwirkung zwischen Arbeitsbedingungen und psychischer Gesundheit ist komplex, aber längst wissenschaftlich belegt.
Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet, weiß: Pflege beginnt mit echten Momenten der Begegnung. Beziehung ist dabei kein möglicher Zusatz, sondern ein tragender Pfeiler guter Versorgung und wird zur Brücke, wenn die Erinnerung verblasst.