Zum Seitenanfang
Michaela Wilfer-Baier, klinikübergreifende Sprecherin der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen

Die Stimme der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen: Michaela Wilfer-Baier im Porträt

Zusammenfassung: Mehr Austausch, Vernetzung und eine lautere Stimme für die Berufsgruppe der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen: Für diese Ziele setzt sich Michaela Wilfer-Baier ein. Sie arbeitet bereits seit 2009 als Sozialpädagogin im kbo-Isar-Amper-Klinikum Haar und hat dieses Jahr die Funktion als klinikübergreifende Sprecherin der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen übernommen.

Von Aline Ehrenreich am

Themen:

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum ist unsere größte kbo-Gesellschaft. Wie stellt man da sicher, dass die Belange einer einzelnen Berufsgruppe gehört und sozialpädagogische Kompetenzen in den Klinikalltag stärker integriert werden? Die Entwicklung hin zur Sozialpsychiatrie beinhaltet neben vielen anderen Aspekten auch die Stärkung der multiprofessionellen Arbeit. Im Zuge dessen wurde eine zentrale klinikübergreifende Sprecherfunktion „Sozialpädagogik“ etabliert, die Michaela Wilfer-Baier seit März 2021 innehat.

Michaela Wilfer-Baier ist bereits seit 2009 als Sozialpädagogin im kbo-Isar-Amper-Klinikum. Aktuell arbeitet sie mit 80 % ihrer Arbeitszeit auf einer akutpsychiatrischen Aufnahmestation. Die restlichen 20 % ihrer Zeit fließen in die neu geschaffene Stelle als klinikübergreifende Sprecherin der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Doch ganz so neu war die Rolle für Michaela Wilfer-Baier nicht: „Im Jahr 2012 habe ich die Stelle der Koordinatorin der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen übernommen und diese Tätigkeit beinhaltete eigentlich schon sehr viele Aufgaben der jetzigen Sprecherstelle“, berichtet Michaela Wilfer-Baier. Durch einen Kollegen wurde sie auf die ausgeschriebene Stelle als klinikübergreifende Sprecherin aufmerksam und konnte nach einem entsprechenden Bewerbungsverfahren diese Funktion übernehmen. Zugute kam ihr da sicherlich ihre langjährige Berufserfahrung: „Ich decke ein breites Spektrum ab, habe schon in den Bereichen Wohnen und Arbeit gearbeitet, mit geistig behinderten Menschen mit einer psychischen Störung, mit psychisch erkrankten Menschen sowie mit Kindern.“ 

Was macht man als klinikübergreifende Sprecherin der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen?

Als Sprecherin vertritt Michaela Wilfer-Baier die Anliegen und Interessen aller Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen der Kliniken, die zum kbo-Isar-Amper-Klinikum gehören, mit Ausnahme des Standorts Taufkirchen. Sie ist im regelmäßigen Austausch mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Peter Brieger und auch mit den Sprecherinnen und Sprechern der einzelnen Kliniken. Sie versteht sich als Sprachrohr zwischen der Klinikleitung und ihrer Berufsgruppe. Ebenso bringt sie berufsspezifische Aspekte in verschiedenen Arbeitskreisen und Gremien ein. „So haben wir Sozialpädagogen die Möglichkeit, unser Wissen bzw. unsere sozialpädagogischen Ansätze bei der Planung und vor allem auch bei der praktischen Umsetzung von neuen Projekten von Anfang an einzubringen.“ 

Insgesamt sieht Michaela Wilfer-Baier das neue System mit Sprecherinnen und Sprechern sowie ihrer Rolle als klinikübergreifende Sprecherin als eine Aufwertung der Berufsgruppe. Denn für hausübergreifende Fragen von den Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen des kbo-Isar-Amper-Klinikums, aber auch für externe Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner ist sie die richtige Adresse. „Da geht es zum Beispiel um Anfragen zu Praktika und Hospitationen, das Weitergeben von Infos bezüglich der Versorgungslandschaft in Südostoberbayern an Sozialdienste anderer Kliniken oder Beratungsstellen und so weiter“, erklärt Michaela Wilfer-Baier.

Der Kontakt zu den Patientinnen und Patienten ihrer Station ist ihr aber nach wie vor sehr wichtig. Manche Patientinnen und Patienten sind skeptisch gegenüber der Psychiatrie, haben Angst davor oder lehnen zum Teil das Behandlungsangebot ab. „Für mich ist es das Größte, wenn diese Menschen erkennen, dass sich die Psychiatrie von heute stark weiterentwickelt hat und sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Vielleicht erinnern sie sich bei der nächsten psychischen Dekompensation daran und begeben sich freiwillig in stationäre Behandlung. Einige Patienten halten den Kontakt zu mir auch noch lange Zeit nach ihrer Entlassung. Sie melden sich bei Problemen oder auch einfach nur für ein kurzes Gespräch. Das zeigt mir dann, dass wir gute Arbeit gemacht haben und die Beziehungsarbeit erfolgreich war.“

Wie geht es weiter mit der neuen Stelle als klinikübergreifende Sprecherin?

Auf diese Frage antwortet Michaela Wilfer-Baier: „Ich hoffe, dass sich die regelmäßigen Treffen sowohl mit den Sprechern der Sozialpädagogen als auch mit der Ärztlichen Direktion wirklich so etablieren, wie ich mir das vorstelle und wir in einen regen und regelmäßigen Austausch kommen.“ Ihr geht es darum, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und durch die engere Zusammenarbeit mehr zu erreichen: „Manchmal muss man halt ein bisschen um die Ecke denken und sich kreativere Lösungsansätze überlegen. Ich glaube, davon können wir alle profitieren, denn wir haben ja alle dasselbe Ziel: das Wohl der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten sowie die eigene Zufriedenheit am Arbeitsplatz.“