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Abgebildet ist Tabea Achenbach, die für ihre Masterarbeit den kbo-Innovationspreis gewonnen hat.

Interview mit einer Preisträgerin des kbo-Innovationspreises: Tabea Achenbach

Zusammenfassung: Tabea Achenbach spricht im Interview darüber, was ihr die Auszeichnung mit dem kbo-Innovationspreis bedeutet.

Von Aline Ehrenreich am

Themen:

Name: Tabea Achenbach
Titel der eingereichten Abschlussarbeit: Transformative Bildung in der Sozialpsychiatrie – eine für die Eingliederungshilfe erstellte Teilhabekonzeption basierend auf dem ICF-Klassifikationssystem und dem Capability/-ies Approach zur Förderung von Empowermentprozessen der AdressatInnen
Studienfach: Soziale Arbeit
Aktuelle Tätigkeit: Sozialarbeiterin/-pädagogin (Diplom, M. A.)

Was hat Sie zu Ihrem Forschungsfeld Mental Health und schließlich zum Thema Ihrer Abschlussarbeit geführt?

Seit einem gewissen Zeitraum arbeite ich im Bereich der Sozialpsychiatrie als Sozialpädagogin. Anfangs im stationären Bereich und seit einigen Jahren nun im ambulanten Kontext. Während meines Masterstudiums erhielt ich Theorien, die mir halfen meine Fragen, die sich im Laufe meiner Arbeitsjahre angesammelt hatten, in Worte zu fassen. Meine gegensätzlichen Beobachtungen – theoretischer Anspruch und Alltag der Sozialpsychiatrie – forderten mich heraus, nach Antworten zu suchen. In meiner Masterarbeit konnte ich mich diesem Prozess dann ganzheitlich widmen. 

Um welches Thema ging es in Ihrer Abschlussarbeit? Was hat Sie daran fasziniert und begeistert?

In der Transformativen Bildung und im Empowerment geht es – allgemein ausgedrückt – vor allem um das Verstehen von Dilemmata, also das Aufdecken von Widersprüchen; jenen Prozess, den ich zunächst selbst durchschreiten musste. Die zentrale Frage der Masterarbeit handelt davon, was eigentlich Teilhabe und Selbstbestimmung ist und wie diese „Phänomene“ sichtbar gemacht und erweitert werden können. Das Ergebnis ist eine eigens erstellte Teilhabekonzeption, die sich reichhaltige theoretische Anregungen holt, aber durch die Transformative Bildung praktisch umsetzbar bleibt. 

Wie sind Sie auf den kbo-Innovationspreis aufmerksam geworden und was hat Sie motiviert, teilzunehmen?

Vor einigen Jahren erhielt ich eine trägerinterne E-Mail meiner Geschäftsführung mit dem Hinweis auf den damaligen Innovationspreis 2014. Seit diesem Moment wusste ich, dass – wenn ich nochmal studieren würde – ich meine nächste Abschlussarbeit dort einreichen würde, um – eh klar – zu gewinnen. 

Welche Bedeutung hat der Preis für Sie und Ihre (berufliche) Zukunft? 

Mit dem Preis habe ich die Möglichkeit erhalten, meine Arbeit zu veröffentlichen. Gleichzeitig hat mich diese Erfahrung aber vor allem eins für meine weitere Zukunft gelehrt: Es ist die Rückkoppelung zwischen Theorie und Praxis, die ich spannend finde und die mich dazu motiviert, nach weiteren vielschichtigen Antworten zu suchen. Dieser Prozess hat sich nicht mit dem Abgabedatum oder der Preisverleihung aufgelöst, sondern läuft nun in meinem sozialtherapeutischen Arbeitsumfeld zwischen mir und meinen Adressatinnen und Adressaten weiter. 

Gibt es einen „Geheimtipp“, den Sie zukünftigen Bewerbern mitgeben können? 

Es ist ratsam, eine Forschungsfrage zu wählen, die nicht nur persönliches Interesse weckt, sondern für die man Leidenschaft aufbringt – ein guter Anhaltspunkt hierfür ist Frustration. 

Hintergründe zum kbo-Innovationpreis

Der kbo-Innovationspreis Mental Health | Sozialpsychiatrie prämiert alle zwei Jahre empirische und praxisbezogene wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet Mental Health und Sozialpsychiatrie. So fördern wir die praxisrelevante Forschung und Wissenschaft für eine stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung. 

Bewerbungsschluss ist am 31. März 2021. Mehr Infos finden Sie auf der Seite zum kbo-Innovationspreis.