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Mitarbeiterin für kbo-Kampagen fotografiert

Persönliches Wachstum und berufliche Perspektiven

Zusammenfassung: Im Interview erzählt Daniela Tanz, Stellvertretende Stationsleitung an der „kbo-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Nord | Schwabing“ und zudem neues Gesicht der kbo-Arbeitgeber-Kampagne, wie sie sich bei kbo weiterentwickelt hat, warum sie ihren Beruf liebt und weshalb psychiatrische Pflege für sie eine Herzensangelegenheit ist.

Von Kathrin Bethke am

Themen:

Daniela, magst Du Dich kurz vorstellen?

Daniela Tanz: Ich arbeite an der kbo-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Nord in Schwabing, ein Standort des kbo-Isar-Amper-Klinikums, und bin dort Stellvertretende Stationsleitung. Ich bin gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin – noch ganz klassisch – und seit 2013 bei kbo.

 

Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Mein Alltag ist sehr vielfältig. Ich bin auf einer Suchtstation tätig, optimiere Prozesse, integriere neue Abläufe, überarbeite Konzepte – und bin natürlich für mein Team da, fachlich und menschlich.

Außerdem bin ich Deeskalationstrainerin und mache die Erhaltungsschulungen. Die Grundschulungen halte ich als Dozentin in Haar. Da lerne ich viel von kbo und viele neue Kolleginnen und Kollegen kennen, kann sie anleiten und unterstützen.

Aktuell bin ich zusätzlich im Talentpool, mache nebenbei meinen Stationsleitungskurs – also ganz viele Dinge gleichzeitig. kbo bietet da wirklich viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Ich bin sehr glücklich hier.

 

Du schöpfst die Weiterbildungsangebote bei kbo also wirklich für Dich aus?

Ja, absolut! Ich habe ja klein angefangen als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Damals wusste ich noch nicht, wohin es geht, aber ich wusste, dass kbo ein super Arbeitgeber ist, wenn man sich entwickeln will.

Selbst in unserem kleinen Haus in Schwabing gibt es viele Chancen, sich auszuprobieren. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Akutpsychiatrie, Sucht, Gerontopsychiatrie, Ambulanz, Tagesklinik.

Für mich war schnell klar, dass ich mehr machen möchte. Im Team hat man meine Stärken erkannt, ich wurde gefördert und durfte dann eben die stellvertretende Leitung übernehmen. kbo hat das Potenzial gesehen und gesagt: „Das können wir ausbauen.“ So kam der Stationsleitungskurs dazu, den ich gerade absolviere, der Talentpool, in dem ich mit Unterstützung meiner Pflegedienstleitung aufgenommen wurde und ich bin sehr dankbar, dass ich all diese Möglichkeiten nutzen kann.

 

Wie hast Du Dich persönlich bei kbo weiterentwickelt?

Ich war früher eher eine kleine Maus, wie ich immer sage. (lacht) Aber bei kbo lernt man sich selbst kennen. Man reflektiert viel, gerade in der Psychiatrie, wo man häufiger mal mit Grenzsituationen konfrontiert wird.

Ich bin selbstbewusster geworden, stärker, sicherer in meinem Auftreten. kbo hat mich als Mensch stark gemacht – nicht nur fachlich, sondern auch psychisch. Ich weiß, was ich tue, und ich bin glücklich damit. Diese Stärke kann ich jetzt auch weitergeben an mein Team und an unsere Patientinnen und Patienten.

 

Pflege kann fordernd sein. Wie findest Du Deinen Ausgleich?

Ganz wichtig: abschalten! Wenn ich aus der Arbeit gehe, lege ich das Arbeitshandy weg. Man muss Grenzen setzen.

Für mich ist Sport der beste Ausgleich. Bewegung, frische Luft, Natur – das hilft mir, runterzukommen und neue Energie zu tanken, die man in meinem Job auch wirklich braucht.

Und kbo unterstützt das auch. Wir haben den sozialpsychiatrischen Dienst für das komplette MPT (Anm. d. Red. Multiprofessionelles Team), Peer-Support, Sportprogramme, den Wellpass, Mitarbeiterausflüge – also ganz viele Möglichkeiten, die Balance zu finden. Ich finde, kbo achtet sehr auf seine Mitarbeitenden.

 

Dein Slogan bei der kbo-Arbeitgeber-Kampagne lautet: „Aufeinander achten. Aufeinander vertrauen. So arbeiten wir.“ Kannst Du das bestätigen?

Ja, auf jeden Fall. Wir verbringen acht Stunden am Tag miteinander – da müssen wir aufeinander achten. Wenn jemand schlecht drauf ist oder Sorgen hat, sollte man das wahrnehmen.

Achtsamkeit und Vertrauen sind im Team genauso wichtig wie im Umgang mit unseren Patientinnen und Patienten. Das macht die Arbeit bei kbo aus: Wir sind füreinander da.

 

Nimmst Du Stigmatisierung gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung noch wahr?

Ja, leider schon. Viele unserer Patientinnen und Patienten erzählen, dass sie in der Gesellschaft nicht richtig wahrgenommen werden. Auch Angehörige sind oft überfordert, weil sie einfach nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Deshalb ist Aufklärung so wichtig. Wir müssen erklären, wie psychische Erkrankungen wirklich aussehen und was Therapie bedeutet. Wenn mir jemand sagt: „In der Psychiatrie arbeiten? Das könnte ich nicht!“, dann erkläre ich, wie wertvoll diese Arbeit ist und was wir wirklich tun. Wir sind nah an den Menschen, wir reden mit ihnen, wir fangen sie auf. Es ist kein „verrückter“ Ort, wie viele denken, sondern ein Ort voller Menschlichkeit.

Oft merke ich, dass Menschen dann anfangen, zuzuhören. Das ist schon ein kleiner Schritt und solche Schritte braucht es, um Stigmatisierung abzubauen. Wir sind da an vorderster Front.

 

Hast Du ein Beispiel für ein Erlebnis, das Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja, ich hatte mal eine Patientin, die total aufgelöst war, mitten in einer Krise. Ich habe mir Zeit genommen, zugehört, bin einfach da gewesen. Und ich habe gemerkt, wie gut es ihr tut, dass endlich jemand zuhört.

Solche Momente sind unbezahlbar und dafür liebe ich meinen Job auch so sehr.

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen den Mut haben, in die Psychiatrie reinzuschnuppern. Zu jedem, der da unsicher ist, würde ich sagen: Probiert es aus! Es ist eine Arbeit mit Sinn und Menschenwürde.

 

Danke, Daniela, für das schöne Gespräch!