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Nachruf auf Rudolf Starzengruber

Mit großer Bestürzung nehmen die Kliniken des Bezirks Oberbayern und der Bezirk Oberbayern Abschied von

Rudolf Starzengruber

der am 7. Juli 2026 im Alter von 59 Jahren unerwartet verstorben ist.

Seit mehr als zehn Jahren war Rudolf Starzengruber als Referent für EX-IN-Peerberatung in der Stabsstelle Versorgungsentwicklung und -qualität des kbo-Kommunalunternehmens tätig. Nach dem Abschluss seiner EX-IN-Ausbildung im Jahr 2015 prägte er den Aufbau und die Weiterentwicklung der Peerarbeit bei kbo entscheidend mit. Er organisierte die ersten regelmäßigen EX-IN-Netzwerktreffen, war über viele Jahre zentrale Ansprechperson für die bei kbo tätigen Peers und entwickelte das Peer-Konzept mit großem Engagement weiter. In den vergangenen Jahren brachte er seine Expertise insbesondere als Stimme der Betroffenenperspektive in zahlreiche strategische und politische Gremien ein.

Sein Wirken reichte dabei weit über kbo hinaus. Rudolf Starzengruber engagierte sich auf regionaler, bayerischer und bundesweiter Ebene für die Interessen von Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Ob in Gremien des Bezirks Oberbayern, als Sachverständiger des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, in Fachkommissionen, wissenschaftlichen Projekten oder als Vertreter zahlreicher Selbsthilfeorganisationen – überall setzte er sich mit großer Fachlichkeit und persönlicher Glaubwürdigkeit für eine menschenwürdige, partizipative und zukunftsorientierte psychiatrische Versorgung ein.

Besonders am Herzen lag ihm, die Erfahrungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sichtbar zu machen und ihnen eine starke Stimme zu geben. Mit Authentizität und Integrität förderte er den Dialog zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften. Er war überzeugt, dass eine gute psychiatrische Versorgung nur gemeinsam und auf Augenhöhe gelingen kann – eine Überzeugung, die sein gesamtes berufliches und ehrenamtliches Wirken geprägt hat.

Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde Rudolf Starzengruber im Jahr 2023 mit dem „Weißen Engel“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege ausgezeichnet – eine verdiente Anerkennung seines jahrzehntelangen Einsatzes für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Für uns war Rudolf Starzengruber weit mehr als ein engagierter Fachkollege. Er war ein Mensch mit großem Herzen, zugewandt und von beeindruckender Empathie. In Gesprächen und Diskussionen begegnete er anderen stets respektvoll und wertschätzend. Er hörte zu, vermittelte zwischen unterschiedlichen Positionen und vertrat seine Überzeugungen klar, sachlich und mit großer menschlicher Wärme. Sein Rat war geschätzt, seine Erfahrung gefragt und seine ruhige, ausgleichende Art machte ihn für viele Kolleginnen und Kollegen zu einem verlässlichen Wegbegleiter.

Je besser man ihn kannte, desto mehr wurde aus Rudolf einfach Rudi. Er war in den kbo-Kliniken und weit darüber hinaus bekannt und geschätzt. Mit seiner offenen, herzlichen Art, seinem Humor und seiner tiefen Überzeugung, dass jeder Mensch Respekt und Teilhabe verdient, hat er viele Menschen berührt.

Mit seinem Tod verlieren wir einen außergewöhnlich engagierten Kollegen, einen überzeugenden Fürsprecher der Betroffenenperspektive und einen liebenswerten Menschen. Sein Wirken wird weit über seinen Tod hinaus Bestand haben – in den Strukturen, die er mit aufgebaut hat, in den Menschen, die er begleitet und unterstützt hat, und in den vielen Impulsen, die er für eine menschliche Psychiatrie gesetzt hat.

Wir werden Rudi in dankbarer Erinnerung behalten.

8. Juli 2026