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Schule ohne Rassismus

Zusammenfassung: Die kbo-Berufsfachschule für Pflege und Krankenpflegehilfe am kbo-Inn-Salzach- Klinikum in Wasserburg am Inn ist dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beigetreten.

Von Nina Schinharl am

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„Schule ohne Rassismus bedeutet für mich, dass die Schülerinnen und Schüler, wenn sie morgens in die Schule kommen, wissen: meine Würde ist nicht diskutierbar. Ich werde so gesehen, wie ich bin und als volle Person wahrgenommen“, erklärt Andreas Wagner, Pflegepädagoge an der kbo-Berufsfachschule für Pflege und Krankenpflegehilfe am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg am Inn. „Für mich bedeutet es, dass jeder den anderen unterstützt und respektiert“, ergänzt Pflegeschülerin Akuvi Dos-Reis.

Akuvi hat in der Vergangenheit selbst bereits Erfahrungen mit Diskriminierung machen müssen. Die Auszubildende nimmt Derartiges nicht einfach hin. Sie reagiert darauf, indem sie ruhig das Gespräch mit ihrem Gegenüber sucht, um die Situation aufzulösen. So geht sie auch vor, wenn sie mitbekommt, dass andere Menschen Diskriminierung ausgesetzt sind. „Man muss Betroffene in solchen Situationen unterstützen, damit sie sich nicht allein fühlen müssen“, sagt sie.

„Für mich bedeutet Courage, dass man sich für Menschen oder generell für etwas einsetzt“, findet Pflegeschülerin Sarah Eichholz und führt weiter aus: „Es lohnt sich, mutig zu sein, weil ich glaube, dass wir alle die Welt verändern können, auch wenn es nur ein kleines bisschen ist.“

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Die kbo-Berufsfachschule für Pflege und Krankenpflegehilfe am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg am Inn / Ortsteil Gabersee ist Anfang des Jahres dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beigetreten. Zu dem bundesweiten Projekt gehören mittlerweile rund 5.000 schulische Einrichtungen mit mehr als 2,5 Millionen Schülerinnen und Schülern. Die Mitglieder des Netzwerks setzen sich an ihren Schulen aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt ein. Die komplette Schulfamilie gestaltet auf diese Weise das gesamte Schulklima mit. Neben gelebter Achtsamkeit klären themenspezifische Aktivitäten wie Konzerte gegen Rassismus, Diskussionsrunden, Gedenkveranstaltungen, Projekttage oder Kunstaktionen zusätzlich über die Problematiken von Diskriminierung auf.

 

Exkursion zum Obersalzberg
Als erstes Projekt unternahmen die Auszubildenden der kbo-Berufsfachschule im Frühjahr 2026 eine Exkursion zur Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden, wo sie sich intensiv mit dem Nationalsozialismus und seiner Propaganda auseinandersetzten. Dabei bearbeiteten sie unter anderem die Fragestellungen „Was bedeutet Zusammenleben?“ und „Wo beginnt Ausgrenzung?“. Mit selbstgestalteten Plakaten stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse einander vor.
Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sowie die Aufarbeitung der Rollen, die speziell auch Kliniken in diesem menschenverachtenden System spielten, ist bei kbo fester Bestandteil der Unternehmens-Philosophie. So wurden unter anderem auf den kbo-Klinikarealen verschiedene Erinnerungsorte geschaffen.

Ein weiteres Projekt der kbo-Berufsfachschule erfolgte auf künstlerischem Weg. Unter dem Motto „Vielfalt und Verbundenheit“ haben Schülerinnen und Schüler in bunten Farben ihren Aufenthaltsraum neugestaltet. Die Wände zieren nun eine Weltkarte und das Wort „Verbundenheit“ sowie themenspezifische Collagen.

 

Haltung leben
Andreas Wagner möchte Auszubildenden neben dem üblichen Lernstoff auch Haltung vermitteln. Das sei nicht nur im Alltag, sondern auch für deren Beruf wichtig, denn gerade in der Pflege treffe man täglich auf Menschen in vulnerablen Situationen und sei somit auch gleichzeitig mit verschiedenen ethischen Prinzipien konfrontiert. Daher gelte es, diese in besonderem Maße zu verinnerlichen und zu leben. Zusammenhalt sei seiner Meinung nach nicht nur für den Kontakt mit Patientinnen und Patienten wichtig, sondern auch unter Kollegen, da Pflegende auch in heterogenen Teams gemeinsam funktionieren müssen, um die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen.

Für Sarah Eichholz ist es ohnehin unverhandelbar, hinzusehen und Ungerechtigkeiten anzusprechen: „Es werden Menschen immer noch strukturell diskriminiert. Deswegen sollten wir diskriminierten Menschen unsere Solidarität zeigen. Weil jeder Mensch okay ist, wie er ist.“