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AmBADO  Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Ambulante Basisdokumentation für Bayern im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, AmBADO KJP, wurde im Jahr 2003 eingeführt. Vertragliche Grundlage ist aktuell die Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V (§ 10 Qualitätssicherung) über die Erbringung, Vergütung und Abrechnung von Leistungen der Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) zwischen den drei Vertragspartnern, dem Bayerischen Bezirketag (BayBT), der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) und den Krankenkassenverbänden (gültig ab 1. Juli 2016). Als Auswertungsstelle dient BIDAQ (früher AmBADO-Servicestelle).

Zur fachlichen Beratung der Vertragspartner und der Auswertungsstelle wurde 2010 der KJ‑PIA Fachbeirat zur Qualitätssicherung  eingerichtet, der ca. zweimal jährlich tagt (jeweils drei Vertreter der BKG und des BayBT und zwei Vertreter der Krankenkassenverbände).

Gedacht ist die AmBADO als ein Instrument der internen und externen Qualitätssicherung, mit dem für die einzelnen KJ-PIA und die Vertragspartner kontinuierlich eine umfassende solide Datengrundlage bereitgestellt wird, um die Ableitung qualitätssichernder Maßnahmen zu ermöglichen.

Seit dem Jahr 2007 gibt es eine verbindliche Vollerhebung in allen bayerischen Institutsambulanzen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJ-PIA). Dabei werden fortlaufend für jedes Dokumentationsjahr alle Behandlungsfälle (Hinweis: nicht identisch mit den Quartalsfällen) der gesetzlich versicherten Patienten in ca. 31 KJ-PIA (einschließlich Außenstellen) dokumentiert (Stand 2016). Die Dokumentation kann als Einzelleistung abgerechnet werden (Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V …, Anlage 1b zu § 8).

Als Erhebungsinstrument dient die Basisdokumentation Kinder- und Jugendpsychiatrie – ambulant (Auflage Nr. 4, 2006), die 1995 für eine geplante bundesweite Dokumentation entwickelt wurde (Autoren: Englert, Jungmann, Lam, Wienand und Poustka in Zusammenarbeit mit DGKJP, BAG und BKJPP). Sie umfasst ca. 100 Fragen aus den Bereichen Soziodemografie, Anamnese, Befund, Diagnosen, Therapie, Behandlungsergebnis und Weiterbehandlung. Seit dem Dokumentationsjahr 2015 wird eine revidierte Fassung des Erhebungsbogens eingesetzt, die im August 2013 vom Fachbeirat verabschiedet wurde. Sie ist in allen KJ-PIA in Gestalt von elektronischen Erfassungssystemen implementiert.

In Ergänzung zum Erhebungsinstrument dient das Glossar mit Ausführungsbestimmungen für die kinder- und jugendpsychiatrischen Institutsambulanzen in Bayern der Festlegung des Dokumentationsverfahrens und der Gewährleistung eines einheitlichen Verständnisses der Dokumentationsinhalte.

Die pseudonymisierten Daten aus dem jeweils vorangegangenen Dokumentationsjahr werden von jeder KJ-PIA einmal jährlich (bis 30. September) in standardisierter elektronischer Form zur Auswertung an BIDAQ übermittelt; z. B. für das Dokumentationsjahr 2014: ca. 16.000 dokumentierte Behandlungsfälle, davon auswertbar ca. 15.000. Die Formate und Kodierungen sind im Dokument Übergabetabelle definiert.

Die Auswahl der Items in den unterschiedlichen von BIDAQ zu erstellenden Auswertungsberichten für verschiedene Empfänger (KJ-PIA, Prüfungsstelle für die Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung der Psychiatrischen Institutsambulanzen, Vertragspartner) ist im Dokument Auswertungsmatrix festgelegt.

Das Erhebungsinstrument, das Glossar mit Ausführungsbestimmungen, die Übergabetabelle sowie die Auswertungsmatrix sind Vertragsbestandteile (Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V…, § 10

Jede KJ-PIA erhält von BIDAQ jährlich einen ausführlichen Qualitätsbericht (80 bis 160 Seiten) auf der Grundlage ihrer bereinigten Daten. Insbesondere das aus der umfassenden Ergebnisdarstellung ableitbare spezielle Profil einer KJ-PIA kann als wertvolle Steuerungs- und Planungsgrundlage für qualitätssichernde Maßnahmen dienen. Darüber hinaus ermöglichen die Ergebnisse – idealiter in Zusammenschau mit Leistungs- und Strukturdaten der KJ-PIA –  eine aussagekräftige Darstellung der im Rahmen des Versorgungsauftrags erfüllten Aufgaben. Seit dem Dokumentationsjahr 2009 gibt es für die Vertragspartner jährlich eine Gesamtauswertung aller bayerischen KJ-PIA.

Für die regelmäßig in den KJ-PIA stattfindenden Ambulanzprüfungen (Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V…, § 10 Qualitätssicherung (4) und § 11 Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung) wird von BIDAQ  jeweils ein gekürzter Auswertungsbericht mit prüfungsrelevanten Themen für die betreffende KJ-PIA und die Prüfungsstelle für die Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung der Psychiatrischen Institutsambulanzen bereitgestellt.

Zur Kontrolle und Verbesserung der Datenqualität werden alle Datenlieferungen an BIDAQ vor der Datenbereinigung und -auswertung einer umfassenden Prüfung unterzogen. Das resultierende Protokoll zur Dateneinschätzung beinhaltet eine Bewertung der Technischen Auswertbarkeit, die für jede KJ-PIA nach festgelegten Kriterien vertragsgemäß zu 80 % erfüllt sein muss. Darüber hinaus ist eine detaillierte Fehlerbeschreibung enthalten, auf deren Grundlage von der KJ-PIA Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität entwickelt werden können. Die Ergebnisse zur Technischen Auswertbarkeit von allen KJ-PIA werden zusammen mit Angaben zum Umfang der Datenlieferungen an die Kostenträger übermittelt.

 

 

 

(Stand: November 2016)

 

 

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