AmBADO Erwachsenenpsychiatrie

AmBADO (Ambulante Basisdokumentation) Erwachsenenpsychiatrie

Die Ambulante Basisdokumentation (AmBADO) für Bayern im Bereich der Erwachsenen-psychiatrie wurde im Jahr 2004 eingeführt. Vertragliche Grundlage ist die Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V (§ 10 Qualitätssicherung) über die Erbringung, Vergütung und Abrechnung von Leistungen der Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) zwischen den drei Vertragspartnern, dem Bayerischen Bezirketag, der Bayerischen Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassenverbänden (gültig ab 1. Juli 2016).

Gedacht ist die AmBADO als ein Instrument der internen und externen Qualitätssicherung, mit dem für die einzelnen PIA und die Vertragspartner kontinuierlich eine umfassende solide Datengrundlage bereitgestellt wird, um die Ableitung qualitätssichernder Maßnahmen zu ermöglichen.
Seit dem Jahr 2004 gibt es eine verbindliche Vollerhebung in allen bayerischen PIA (unabhängig vom jeweiligen Träger). Dabei werden fortlaufend für jedes Dokumentationsjahr alle Behandlungsfälle (Hinweis: nicht identisch mit den Quartalsfällen) der gesetzlich versicherten Patienten in allen PIA Erwachsenenpsychiatrie (Stand 2015: 56) dokumentiert. Die Dokumentation kann als Einzelleistung abgerechnet werden (Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V …, Anlage 1a zu § 8).

Das Erhebungsinstrument AmBADO, das einen Satz von Fragebögen (Behandlungsbeginn/Jahresaktualisierung, Beendigung, Kurzversion) umfasst, ist in nahezu allen PIA in Gestalt von elektronischen Erfassungssystemen implementiert. Die ursprüngliche Version der Fragebögen wurde (1999/2000) von einer Arbeitsgruppe AmBADO PIA entwickelt [Autoren: Egetmeyer, Henninger, Krischker, Welschehold, Winkler]. Nach einer vorausgegangenen kleinen Revision im Jahr 2007 (mit eher formalen Verbesserungen), kommt ab dem Dokumentationsjahr 2017 eine neue inhaltlich revidierte Fassung zum Einsatz, welche neben dem technischen Fortschritt Veränderungen des gesundheitspolitischen Umfelds und soziale/rechtliche Neuerungen berücksichtigt. Die AmBADO Revision 2017 wurde von dem vom Fachbeirat PIA (Erwachsene) zur Qualitätssicherung eingesetzten Arbeitskreis AmBADO-Bogenrevision entwickelt [Autoren: Bache, Cerovecki, Jordan, Krebs, Küntzel, Mühlenbacher-Isenberg, Siegl, Steinmann, Welschehold (Fachbeiratsvorsitzender), Ziereis]. In der Standardversion (einschließlich Beendigung) sind etwa sechzig Fragen aus den Bereichen Soziodemografie, Krankheits-/ Behandlungsgeschichte und Vernetzung enthalten.
In Ergänzung zum Erhebungsinstrument dient die Anleitung zur AmBADO der Festlegung des Dokumentationsverfahrens und der Gewährleistung eines einheitlichen Verständnisses der Dokumentationsinhalte.
Als Auswertungsstelle dient BIDAQ (früher AmBADO-Servicestelle).

Die pseudonymisierten Daten aus dem jeweils vorangegangenen Dokumentationsjahr werden von jeder PIA einmal jährlich (bis 30. September) in standardisierter elektronischer Form an BIDAQ übermittelt (Stand 2014: ca. 96.000 dokumentierte Fälle). Die Formate und Kodierungen sind im Dokument Übergabetabelle definiert.
Die Auswahl der Items in den unterschiedlichen zu erstellenden Auswertungsberichten für verschiedene Zwecke (PIA, Prüfungsstelle für die Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung, Vertragspartner) ist im Dokument Auswertungsmatrix festgelegt.


Das Erhebungsinstrument, die Anleitung zur AmBADO, die Übergabetabelle und die Auswertungsmatrix sind Vertragsbestandteile (Vereinbarung gemäß §§ 113, 118 und 120 SGB V …, § 10 Qualitätssicherung, Anlage 3, Anhang Erwachsene).

Zur Kontrolle und Verbesserung der Datenqualität werden die an BIDAQ gelieferten Daten vor der Datenbereinigung und -auswertung einer umfassenden Prüfung unterzogen. Das resultierende Protokoll zur Dateneinschätzung enthält eine Bewertung der technischen Auswertbarkeit, die für jede PIA nach festgelegten Kriterien vertragsgemäß zu 80 % erfüllt sein muss. Darüber hinaus ist eine detaillierte Fehlerbeschreibung enthalten, auf deren Grundlage Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität entwickelt werden können. Die Ergebnisse zur Technischen Auswertbarkeit werden zusammen mit Angaben zum Umfang der Datenlieferungen an die Kostenträger übermittelt.
Jede PIA erhält von BIDAQ jährlich einen ausführlichen Qualitätsbericht (ca. 120 bis 220 Seiten) auf der Grundlage ihrer bereinigten Daten. Insbesondere das aus der umfassenden Ergebnisdarstellung ableitbare spezielle Profil einer PIA kann als wertvolle Steuerungs- und Planungsgrundlage für qualitätssichernde Maßnahmen dienen. Darüber hinaus ermöglichen die Ergebnisse in Zusammenschau mit den Leistungs- und Strukturdaten eine aussagekräftige Darstellung der im Rahmen des Versorgungsauftrags erfüllten Aufgaben.
Für die regelmäßig in den PIA stattfindenden Ambulanzprüfungen (Vereinbarung gemäß (§§ 113, 118 und 120 SGB V, …, § 10 Qualitätssicherung (4) und § 11 Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung), wird von BIDAQ jeweils ein gekürzter Auswertungsbericht für Ambulanzprüfung für die betreffende PIA und die Prüfungsstelle erstellt.
Seit dem Dokumentationsjahr 2007 stellt BIDAQ für die Vertragspartner jährlich eine Gesamtauswertung der AmBADO-Daten aller bayerischen PIA bereit. Zusätzlich zu deskriptiven Auswertungen enthält diese Kommentare und Interpretationen zu den dargestellten Ergebnissen. Außerdem werden in einer Zusammenschau der einzelnen Ergebnisse Schlussfolgerungen für die Bewertung der Versorgungsleistung der Bayerischen PIA in der Erwachsenenpsychiatrie abgeleitet.

Durch die Vertragspartner erfolgt jeweils eine gemeinsame Bewertung dieser Jahres-Gesamtauswertungen in Form einer Pressemitteilung.

Zur fachlichen Beratung der Vertragspartner und der Auswertungsstelle ist gemäß oben genannter dreiseitiger Vereinbarung der paritätisch besetzte Fachbeirat PIA (Erwachsene) zur Qualitätssicherung (Vertreter der Leistungserbringer und der Krankenkassenverbände) eingerichtet, der ca. zweimal jährlich tagt.